Kobujutsu

 

Kobudo / Kobujutsu
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Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai

Gesellschaft zum Erhalt und Förderung des Ryukyu Kobujutsu
 


Bedeutung des Logos
Die zwei Sai symbolisieren den menschlichen Körper und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Stilen um sich weiter zu entwickeln. (Anmerkung: Spitzen nach oben wäre ein kriegerisches Symbol, Spitzen nach unten demnach ein Zeichen für die friedfertige Grundeinstellung). Der runde weiße Hintergrund steht für die zunehmende Klarheit (Reinheit) des Geistes. Der rote Ring symbolisiert die Klarheit (Reinheit) des Körpers. Das Symbol soll die zunehmende Reinheit des Körpers und des Geistes symbolisieren und gleichzeitig zeigen, dass seine Mitglieder den Geist der Freundschaft und des Friedens in der Welt vertreten wollen. Motokatsu Inoue hatte es sich zum Ziel gesetzt sein Kobujutsu in der Welt zu verbreiten ohne eine Unterscheidung oder Rivalität zwischen den verschiedenen Stilen [Quelle: Josef Schäfer, Branch Chief Germany Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai].

 

Taira Shinken   Motokatsu Inoue   Kisho Inoue

links: Taira Shinken (1897-1970)
mitte: Motokatsu Inoue (1918-1993)
rechts: Kisho Inoue Hanshi (2013)
Quellen: ryukyukobujutsu.de | Ancient Martial Arts of Ryukyu


Ursprung
Aufgrund der geographischen Lage der Ryukyu-Inseln, im Westen China und im Norden Japan, entwickelte sich neben der waffenlosen Selbstverteidigung Karate, auch eine Form des bewaffneten Kampfes, heute als Kobudo bzw. auch Kobujutsu bekannt. Aufgrund von Waffenverboten der Obrigkeit, wurden in der Geschichte Okinawas häufig Alltagsgegenstände und Werkzeuge der Landbevölkerung Okinawas zum Kampf eingesetzt. So entstanden vielfältige Kampftechniken, die sich in den heute bekannten Katas und Partnerübungen wiederspiegeln. Aus der Zeit 17. bis 19. Jahrhundert sind die Namen der alten Meister in den heute bekannten Katanamen zu finden, z.B. Sakugawa oder Chatanyara. Anfang des 20. Jahrhunderts drohten die alten Kampfkünste in Vergessenheit zu geraten. Es machten sich einige Experten daran die alten Waffentechniken zu retten. Federführend war hier Taira Shinken, ein Zeitgenosse von Gichin Funakoshi. Ihm ist es zu verdanken, dass 42 Kata mit den 8 Waffen des Kobujutsu zusammengetragen und systematisiert wurden. Sein Schüler Motokatsu "Gansho" Inoue organisierte die Ausbildung und  führte die Arbeit bis 1993 fort. Inoue Sensei studierte Karate-Jutsu unter Yasuhiro Konishi, Ryukyu Kobujutsu (Kobudo) unter Shinken Taira und Bujutsu unter seinem lebenslangen Mentor Seiko Fujita (Koga Ryu Ninjutsu). Nachfolger ist sein Sohn Kisho Inoue, heutiger Präsident des Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai.

Gichin Funakoshi mit Bo    Gichin Funakoshi Kumite

 Gichin Funakoshi mit Bo
links: Karate-Klub der Keiô-Universität, 1930 (Quelle: Henning Wittwer)
rechts: Kyohan "The master text", 1935 (Quelle: freie PDF-Version)

Meister Gichin Funakoshi schrieb zu Beginn des 20. Jhd. im "Karate-Do Kyohan", dass "Bojitsu und andere Waffen ... auf den selben Grundlagen des Karate-do basieren." Jede Waffe hat ihre eigene charakteristische Technik, die sich in den waffenlosen Techniken wiederspiegeln. Das wird auch heute auf Seminaren deutlich. So lassen sich die Techniken mit Sai in der Gruppe der Shuto-, Heito- und Nukite finden. Die Tonfa-Technik entspricht der Gruppe der Uraken- und Tetsui-Waza. Die Kama entsprechen z.B. den Kake- und Torite-Waza. Nunchaku gehört zur Gruppe der Bo (Portable Bo) und hat Ähnlichkeiten mit der Bewegung des Schwert. Tekko stellen wieder eine deutliche Verbindung zum waffenlosen Karate dar.


Heute
Die Gesellschaft "Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai" setzt sich für den Erhalt und die Förderung der alten Waffen Okinawas ein. Präsident der international aktiven Gesellschaft ist Kisho Inoue, Menkyo Kaiden Hanshi, mit Sitz in Japan. In Deutschland, bzw. hier in Bayern, wird Ryukyu Kobujutsu aktiv vertreten durch Josef Schäfer, 6. Dan Karate, 5. Dan Kobujutsu, internationaler A-Prüfer und Kobujutsu Branch-Chief Germany.

Im Kobujutsu wird der Umgang mit 8 Waffen, die als Grundformen (Archetypen) die Basis für weitere Waffen bilden, gelehrt:
1. Bo (allg. Stab), dazu gehören: Rokushaku-Bo (ein 1,82 m langer hölzernen Stab),
    Hanbo ("halber Bo", ca. 90 cm) und das Eku (Paddel)
2. Sai: Metallgabeln
3. Tonfa: auch bekannt als Schutzwaffe der Polizei
4. Nunchaku: zwei- und dreiteilige Getreidedreschflegel
5. Kama: Sicheln
6. Tekko: Eisenring
7. Tinbe & Rochin: Schild mit Speer bzw. Machete
8. Surujin: ein Seil oder Kette mit Gewicht.

Nunchaku und Tekko sind als Waffe in Deutschland verboten und werden deshalb bei uns grundsätzlich nicht in der ursprünglichen Form im Training verwendet !
 

Kobujutsu Waffen
Die acht Waffenarten (Archetypen) des Ryukyu Kobujutsu


Ryukyu Kobujutsu ist seit Dezember 2005 offiziell im DKV vertreten. Im September 2006 fand in Freising ein Kobujutsu-Lehrgang mit Enzio Harpaintner statt. Der Abteilungsleiter Christian Pürkner plante daraufhin das Angebot in Puchheim langfristig durch Kobujutsu zu ergänzen. Die entstandene Trainingsgruppe besucht in Kooperation mit anderen Vereinen regelmässig Lehrgänge bei den drei Branch-Chiefs und internationalen Prüfern Enzio Harpaintner, Jürgen Buchwald und Josef Schäfer. Durch den regelmässigen Besuch internationaler Seminare in Europa und Japan mit Kisho Inoue, garantieren wir Authentizität und systematische Weiterentwicklung.

 

Bitte beachten Sie

Anfänger zwischen 14 bis 18 Jahre üben zum Einstieg nur Bo-Jutsu. Grundkenntnisse im Karate sind nicht nötig, aber hilfreich. Neu- und Wiedereinsteiger können jederzeit ein kostenloses Probetraining mitmachen (Siehe Übungs- und Trainingsprogramm). Lockere Sportkleidung genügt zum Einstieg. Haupt- und Einstiegswaffe im Kobudo ist der Rokushaku-Bo (Langstock ca. 182 cm).